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Schienbeinschmerzen (Prellung/Laufen) – Warum tut das so weh?

Schienbeinschmerzen – Prellungen & Schmerzen beim Laufen

Harte Prellungen bei ruppigen Zweikämpfen – die Folge: Schienbeinschmerzen die bestimmt jeder Fussballer schonmal spüren musste. Schienbeinschmerzen treten aber auch beim Training häufig auf. Zum Beispiel schon beim leichten Joggen oder Laufen. Was kann man dagegen tun? Warum ist der Schienbein so empfindlich? Diesen und weiteren Fragen möchten wir jetzt auf den Grund gehen.
Artikelbild © flooy/Pixabay

Schienbeinschmerzen & Prellungen

Bei Prellungen oder Kontusion (lateinisch Contusio), zum Beispiel bei starken Zweikämpfen wird weiches Gewebe (beispielsweise der Muskel) gegen härtere Gewebestrukturen, in dem Fall gegen den Schienbeinknochen gequetscht. Dabei tritt aus den Blut- und Lymphgefäßen Flüssigkeit aus und dringt in das umliegende Gewebe ein. Es entsteht infolge dessen ein Bluterguss und/oder ein Schwellung . Bei diesen Schienbeinschmerzen handelt es sich um eine sogenannte Knochenprellung am Schienbein.

Das Schienbein ist nur mit einer dünnen Hautschicht (oder auch Periost gr. periosteum, aus περί peri-, „um … herum“, und οστούν osteon, „Knochen“) bedeckt. Diese dünne Hautschicht ist außerdem sehr schmerzempfindlich. Wenn das Schienbein geprellt ist, kann es sogar zu einer Delle im Schienbein kommen. Andere Körperteile werden meistens durch Fett oder durch eine Muskelschicht geschützt. Beim Schienbeinschaft (lateinisch Corpus tibiae) ist das aber nicht der Fall. Und somit kann eine Schienbeineindellung entstehen. Dadurch dass sich der Knochen jedoch selbst wieder „heilt“, ist bei so einer Delle keine weitere Behandlung notwendig.

So eine Prellung ist sehr schmerzhaft, lässt aber in der Regel sehr schnell wieder nach.

Therapie & Schmerzlinderung

Was kann man bei so einer Prellung machen? Als erstes wäre es wichtig das Bein ruhig zu stellen, hoch zu lagern und zu kühlen. Wenn die Schmerzen nicht nachlassen, sollte man das Bein die nächsten Tage nicht stark belasten. Hinweis: Wenn du ein Eisbeutel zur Schmerzlinderung nutzen möchtest, sollte dieser nicht länger als 20 Minuten aufgelegt werden, um keine Verschlimmerung zu bewirken.

Auch Eisspray oder kaltes Wasser kann eingesetzt werden. Das hilft meistens auch schon die schlimmsten Schmerzen zu überstehen. Außerdem ist ein Kompressionsverband sinnvoll. Wenn du ein Kompressionsverband nutzen solltest, dann ist eine Ruhigstellung des Beines zu empfehlen. Auf Fussball solltest du in diesem Fall besser verzichten. Wenn du das angeschlagene Schienbein kühlen möchtest, solltest du vorher die Kompression anlegen und den Kühlbeutel darüberlegen. Bei einer schweren Schienbeinprellung kann eine Punktion durch einen Arzt erforderlich werden. In einigen schwere Fällen sogar eine Operation (Drainage).

Weitere Möglichkeiten zur Schmerzlinderung empfehlen sich außerdem spezielle Sportgels oder Schmerzsalben wie entzündungshemmende Antiphlogistika, um die Heilung und das Abschwellen des Blutergusses oder der Prellung zu unterstützen. Der Entzündungsprozess kann durch die Eigenschaften von entsprechenden Salben auch abgeschwächt werden.

In der Regel erfordert eine Prellung des Schienbeins keine ärztliche Behandlung. Meistens bildet sich der entstandene Bluterguss nach wenigen Tagen wieder zurück. Mit den oben erwähnten Maßnahmen, kannst du die Schmerzen lindern.

Noch ein Hinweis der Redaktion: Sollten die Schmerzen oder der Bluterguss länger als zwei Wochen anhalten, solltest du auf jeden Fall ein Arzt aufsuchen.

Bitte unterlasse folgende „Therapien“

Massagen sollten auf keinen Fall am Schienbein vorgenommen werden. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann Schienbeinschmerzen noch verstärken. Wärme kann ebenfalls zu Schädigungen führen. Also solltest du zum Beispiel bei einer akuten Prellung auf ein Vollbad verzichten. Wichtig ist auch, das Bein nicht zu lange ruhig zu stellen. Das beeinträchtigt die Beweglichkeit des Beines. Bei starken Prellungen kannst du nach einer bzw. zwei Wochen wieder anfangen das Bein leicht zu belasten

Schienbeinschmerzen beim laufen oder Joggen

Schienbeinschmerzen treten bei Fussballern und anderen Sportlern auch während oder nach dem Training auf. Viele Fussballer klagen über solche Schmerzen beim Joggen. Dabei kommt es oft zu ziehenden bis stechenden Schmerzen im Bereich des vorderen oder inneren Schienbeins.

Die Ursache ist meistens eine Fehlbelastung oder Überlastung. Große Probleme entstehen durch schlechtes Schuhwerk oder eine Lauftechnik die eher schädigend wirkt. Dadurch kann es zu Reizungen von Muskeln und Sehnen und sogar zu einer Knochenhautentzündung kommen.

Im Überblick könnten die Ursachen folgende Punkte sein:

  • Laufen auf sehr harten Böden wie zum Beispiel Asphalt oder Beton
  • Laufumfänge und die Steigerung war zu krass oder zu lange Laufstrecken
  • muskuläre Dysbalancen zwischen Schienbein- und Wadenmuskulatur
  • schlechte, unpassende oder abgenutzte Laufschuhe
  • oder auch eine starke Überpronation. Das führt dazu, dass der vordere Schienbeinmuskel bei jedem Fußaufsetzen zur gleichen Zeit gedehnt und angespannt wird. Das wiederum erzeugt den Schmerz.
  • ein Anzeichen für einen Ermüdungsbruch oder für das sogenannte Schienbeinkantensyndrom (durch das Training bedingte Wachstum des Muskels zu einer Einengung von Nerven und Blutgefäßen.)

Allgemeiner Hinweis: Bei anhaltenden Schmerzen im Schienbein immer einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen.

Was hilft gegen diese Schienbeinschmerzen?

Wenn du bemerkst dass dein Schienbein anfängt zu schmerzen, solltest du als erstes eine Trainingspause einlegen. Also: nicht erst dann aufhören wenn der Schmerz unerträglich ist, sondern gleich mit Beginn des Schmerzes.

In dieser Zeit sind Eisbehandlungen der schmerzenden Schienbeine hilfreich, die täglich etwa 10 bis 15 Minuten lang ausgeführt werden sollten. Eine weitere hilfreiche Linderung sind passende Dehnübungen der Wadenmuskulatur und auch  Massagen der Unterschenkel. Du kannst entweder direkt zu einem professionellen Physiotherapeuten oder du versuchst selbst deine Waden zu massieren.
Es gibt auch Möglichkeiten verschiedene Medikamente einzunehmen um die Entzündung zu hemmen. Das sollte aber immer erst mit einem Arzt abgesprochen werden. Zum Beispiel bei der Einnahme von Calcium-Präparaten ( mind. 1.000 mg/ pro Tag) sollte man das auch mit dem Arzt besprechen.
Falls Deine Schmerzen beim leichten Gehen nicht nachlassen, dann empfehlen wir Dir am besten einen Orthopäden aufzusuchen. Dieser wird dann Deinen Körper durchchecken und Fußfehlstellungen analysieren. Eine Hilfe ist auch eine Bewegungsanalyse. Damit kann man zum Beispiel feststellen ob man eine Dysbalance zwischen den beiden Beinen hat und dies durch besseres Schuhwerk beheben lassen.
In jedem Fall empfehlen wir: wenn der Schmerz nicht nachlässt, bitte immer einen Arzt aufsuchen.

Vorbeugen – was kannst du aktiv unternehmen?

Die effektivste Möglichkeit solche Schmerzen zu unterbinden ist die Kräftigung der Muskeln im Unterschenkelbereich. Folgende Übungen werden solche Schmerzen garantiert etwas mehr eindämmen:

  • Zehenstand (am besten Barfuß)
  • Verschiedene Paar Schuhe zum Training nutzen
  • Orthopädische Einlagen nutzen
  • Schienbeinschmerzen lassen sich auch effektiv beim Training eindämmen. Also das bedeutet, nicht zu viele Trainigsintervalle einführen, die besonders den Unterschenkel beanspruchen.
  • Genügend Ruhepausen für den Körper.


Kommentare


Edeltraut Wolff 13. November 2016 um 15:33

Welche Übungen wären sinnvoll, um die Heilung zu beschleunigen? Es ist auch eine Hautabschürfung vorhanden , die seit 3 Tagen noch nachblutet ggf. nachfeuchtet.

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